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Stoffe, Textilien und Mode im Gespräch im „Passt“-Podcast von Crafteln

Liebe Leserinnen und Leser,

der Übersicht halber hier noch einmal alle Folgen des „Passt“-Podcasts von crafteln.de, in denen ich mit Frau Crafteln, Meike Rensch-Bergner, über Stoffe, Kleidung, Mode und Textilien gesprochen habe. Die jeweils aktuellen Folgen des auch sonst sehr interessanten „Passt“-Podcasts, in denen es nicht nur ums Selbermachen von Kleidung geht, erscheinen immer Mittwochs bei Crafteln und natürlich in den üblichen Podcast-Apps und -Seiten.

Folge 80: Kleidung im Gespräch

Textilien gelten oft entweder als langweilig und altbacken (Handarbeiten) oder als schrecklich oberflächlich (Mode). Dabei sind Textilien – nicht nur in Form von Kleidung – in unserem Leben unverzichtbar und allgegenwärtig. Trotzdem wissen viele Menschen nur wenig über Kleidung und Textilien.

Wir wollen in dieser Staffel gemeinsam einige Geheimnisse der Textilwelt lüften: Woraus Textilien heute bestehen, wie sie hergestellt werden, warum sie bisweilen ein Problem für Mensch und Umwelt sind, wie Moden entstehen und vermarktet werden, wie Kleidung, Körper und Gesellschaft zusammenhängen und warum man dem Angebot der Bekleidungsindustrie nicht hilflos ausgeliefert sein muss.

Folge 81: Tier, Pflanze, Erdöl: Woraus Kleidung besteht

Während bis vor hundert Jahren Kleidung und andere Textilien fast ausschließlich aus Naturmaterialien bestanden, gibt es mittlerweile eine unübersehbare Menge an neuen Stoffen. Wir sprechen über die Ursachen und die Folgen dieses Kunstfaserbooms und wie wie man manchmal schon an der Materialbezeichnung die Qualität eines Stoffes erahnen kann.

Folge 82: Wie Stoff und Kleidung entstehen

Was wir heute billig kaufen können, wurde früher in langwieriger Handarbeit hergestellt, oft ganz oder teilweise von den Frauen in der Familie. Kleidung war zwangsläufig maßgeschneidert – denn Konfektion gab es noch nicht. Wir werfen einen Blick auf die Textilherstellung in früheren Zeiten und ihren Weg zur Massenproduktion.

Folge 83: Der hohe Preis der Kleidung – von Gerechtigkeit bis Klima

Mit der Erfindung der Nähmaschine veränderte sich die Produktion von Kleidung, sie wurde industriell, in Massenproduktion hergestellt und ist ein globales Geschäft. Aber auch schon früher legten Textilprodukte lange Wege zurück und auch die Umweltzerstörung ist kein Phänomen der Neuzeit. Wir werfen einen Blick auf die Geschichte und auf aktuelle Alternativen: wie findet man sozial- und umweltverträgliche Textilien?

In der Folge genannte Webseite über Umwelt- und Sozialsiegel: Siegelklarheit.de

Folge 84: Kunst, Kommerz oder beides: Was geht uns Mode an?

Ist Mode nur ein großer Konsumzirkus, um uns das Geld aus der Tasche zu ziehen? Wie sind wir an den Punkt gekommen, dass wir weit mehr Kleidung kaufen, als wir eigentlich brauchen? Wir überlegen, ob ein Leben ohne Moden möglich ist.

Die erwähnten Schnittmuster von Lindy Stokes findet man unter Stokx-patterns.com.

Folge 85: Kleidung, ich und wir

„Der erste Eindruck zählt“, sagt man. Besonders im Beruf ist seriöse Kleidung wichtig, um Professionalität auszustrahlen und ernstgenommen zu werden. Frauen sind dabei oft im Nachteil, weil es kein echtes weibliches Äquivalent zum Anzug gibt. Oder wird nach Corona alles anders? Wir sprechen über die unausgesprochenen Regeln, die weibliche Kleidung in der Öffentlichkeit bestimmen.

Das erwähnte Fotoprojekt der ähnlich gekleideten Menschen ist von Hans Eijkelboom und war auf der Documenta 14 zu sehen.

Folge 86: Körper und Kleidung

Kleidung ist die Hülle unseres Ichs – aber eben nur die Hülle, denn oft ist in Wirklichkeit der Körper gemeint, wenn über Kleidung gesprochen wird. Wir unterhalten uns über Kleidergrößen und andere Körpernormierungen und suchen nach Alternativen.

In der Episode erwähnt: Caroline de la Motte Fouqué: Geschichte der Moden. 1785-1829. Das Original erschient 1829/30, das Buch wurde 1988 neu aufgelegt und ist antiquarisch noch erhältlich.

Das neue Buch von Meike Rensch-Bergner erscheint im Frühjahr 2022 bei uns.

Folge 87: Kleidung selber machen: Das Ticket in die Freiheit

Unabhängig von Modetrends, Konfektionsgrößen und ein klein wenig nachhaltiger: Kleidung selbst zu machen und/oder Fertigkleidung zu ändern und zu pflegen löst viele Probleme. Wie fängt man an und was hält uns eigentlich davon ab?

Die Kurse von Meike Rensch-Bergner findet man auf crafteln.de.

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Sprechen wir über Fasern

Auch das können Kunstfasern: Alyene Barker näht im Mai 1973 mit Hilfe dreier Kolleg*innen ein Sonnenschutzsegel für das Skylab der NASA. Der Sonnenschutz besteht aus drei Lagen: aluminiumbeschichtetes Mylar (eine Art Polyesterfolie), in der Mitte laminiertes Ripstop-Nylon, dünner Nylonstoff darunter. Foto: NASA, CC BY-NC 2.0

Liebe Leserinnen und Leser,

„sind Naturfasern besser als Kunstfasern?“ ist eine Frage, die mir bei Materialworkshops oft gestellt wird und unter anderem über diese Frage sprach ich mit Meike Rensch-Bergner in der zweiten Folge unserer gemeinsamen Staffel des „Passt“-Podcast von Crafteln.de über Textilien, Kleidung und Mode.

„Es kommt ganz darauf an“, lautet dievorsichtige (und kluge) Antwort, denn letztlich hängt die Bewertung eines Materials davon ab, zu welchem Zweck es verwendet werden soll und welche Anforderungen es erfüllen muss. Vor der Erfindung der ersten Kunstfasern Ende des 19. Jahrhunderts stammte jede Faser, die zu Textilien verarbeitet wurde, aus einer natürlichen Quelle – sie wurde landwirtschaftlich angebaut und geerntet wie Baumwolle und Leinen, Tiere wurden dafür aufgezogen wie Seidenraupen und Wollschafe. Wie andere Agrarprodukte auch unterlagen die Fasern in Menge und Qualität natürlichen Schwankungen, waren von Wetter und Klima abhängig. Missernten vernichteten nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch Faserpflanzen. Der Baumwollanbau erforderte viel Feldarbeit, damit die Pflanzen gediehen; erst in den späten 1940er Jahren konnten die Fasern maschinell gepflückt werden. Schafe und Seidenraupen konnten krank werden, sie brauchten Futter und Pflege.

Die Möglichkeit, aus einfachen Grundstoffen wie Zellulose und Erdölbestandteilen Fasern in konstanter Qualität und nahezu unbegrenzter Menge herstellen zu können, das ganze Jahr hindurch, sieben Tage die Woche, revolutionierte die Textilindustrie. Sie ermöglichte die Demokratisierung der Mode – und sorgt gleichzeitig für das Überangebot an billiger Kleidung, das heute hinsichtlich Ressourcenverbrauch und Entsorgung ein Problem darstellt. Durch die Beimischung synthetischer Fasern werden oft die Eigenschaften von Naturfasern verbessert: Stoffe knittern weniger, sind elastisch, scheuerfester und pflegeleichter – andererseits setzen synthetische Stoffe oft Mikroplastik frei, Mischgewebe lassen sich so gut wie nicht recyceln und werden am Ende ihrer Lebendauer zu nicht wiederverwertbarem Müll. Der Baumwollanbau hat schon ganze Landstriche verwüstet – aber auch die Grundbestandteile synthetischer Fasern sind endlich, die Produktion verbraucht Wasser und Energie und setzt Stoffe frei die schädlich sind, wenn sie in die Umwelt gelangen.

Sicher ist, dass der Bekleidungsbedarf der Welt nur duch Naturfasern nicht mehr zu decken wäre – aktuell bestehen rund 70 Prozent aller weltweit produzierten Textilfasern aus synthetischen Polymeren, was ein Blick in den eigenen Kleiderschrank vermutlich bestätigt.

In der aktuellen Podcastfolge 81 sprechen Meike und ich unter anderem über natürliche und künstliche Fasern, Strategien für den Stoff- und Kleidungskauf und Merkmale guter Stoffqualität. Die Folge kann man direkt hier anhören, auf der Seite des Passt-Podcasts von Crafteln und man findet den Podcast überall, wo es Podcasts gibt.

Bis bald!

Constanze Derham